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AusLese-Preis der Stiftung Lesen 2007

02.05.2007

Ehrung für die kreativsten Events und engagiertesten Persönlichkeiten der Leseförderung





Sie sind engagiert, sie sind kreativ und sie setzen sich für die Leseförderung ein: Die sechs Preisträger des diesjährigen AusLese-Preises der Stiftung Lesen, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung. Am Abend des 26. April nahmen sie die Ehrung  in Anwesenheit von Karin Wolff, Stellvertretende Ministerpräsidentin und Kultusministerin des Landes Hessen, im Wiesbadener Schloss Biebrich entgegen. „Mit der AusLese-Feier wird in Wiesbaden eine ganz besondere Ideenschau zeitgemäßer Leseförderung präsentiert“, erklärte Wolff. „Ich bin davon überzeugt, dass die prämierten Ideen und Projekte der Leseförderungs-Landschaft  nachhaltige Impulse geben werden.“  Die Preise überreichten Dr. Werner Verbockett, Geschäftsführer der Commerzbank-Stiftung, und Rolf Pitsch, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Lesen.

Die Preisträger
Aus über 100 Projekten und Initiativen hat die Jury die Sieger in den Kategorien "Medien", „International herausragende Initiativen“, „Veranstaltungen“ und „Herausragende Initiativen“ gekürt.

Kategorie „Medien“
Mit dem Konzept eines „Lesetages“, an dem sich das gesamte Radioprogramm nur ums Lesen dreht, stößt der Sender SWR3 seit 2004 auf außerordentlich große Resonanz.  „Hörer werden aktiv in die Programmgestaltung eingebunden und zum Lesen bislang unbekannter Titel angeregt“, erklärte Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen.

Kategorie „International herausragende Initiativen“
Auch die Werbekampagne „Iedereen Leest“ der Stichting Lezen, Belgien konnte die Jury in der Kategorie „International herausragende Initiativen“  überzeugen. Mit künstlerisch hochwertigen Schwarzweißpostern und –postkarten, die Menschen im alltäglichen Leben beim Lesen abbilden, bewirbt die Kampagne die Internetseite www.iedereenleest.be. Mehrere hundert Personen kommen auf der Seite zu Wort und sprechen über ihr Lieblingsbuch. Indem Buchtipps von Leser zu Leser vermittelt werden, weckt die Stichting Lezen Enthusiasmus für das Medium Buch. Oft sind diese individuellen Tipps persönlicher und inspirierender als professionelle Rezensionen.

Kategorie „Veranstaltungen“
Den Preis der Kategorie „Veranstaltungen“ konnten die Initiatoren des Kölner Literaturfestivals „Lit.Cologne“ entgegennehmen. Nach Juryangaben macht das Event „Literatur in unserer eventorientierten Medienlandschaft konkurrenzfähig“. Mit ihrem einzigartigen Konzept beweisen die Veranstalter, dass nicht nur Musik und Film, sondern auch Literatur auf einem groß dimensionierten Festival präsentiert werden kann.
Weitere Informationen unter: www.litcologne.de

Kategorie „Herausragende Initiativen“
Claudia Israel wurde für ihre konzeptionellen Leistungen als Fachberaterin Deutsch für Mittelschulen in Sachsen in der jeweils mit 1.000 Euro dotierten Förderpreis-Kategorie „Herausragende Initiativen“ ausgezeichnet. Gemeinsam mit fünf anderen Mitgliedern konzipiert sie Orientierungs- und Prüfungsarbeiten für die Klassenstufen 6 und 8, in denen das Leseverständnis der Schüler abgeprüft wird. Claudia Israel setzt sich besonders dafür ein, dass Leseförderung sich auch auf Sachtexte und ungewöhnliche Textformen wie beispielsweise Comics bezieht. Im Bereich der Leseförderung sieht sie nicht nur den Deutschunterricht in der Pflicht; vielmehr ist für sie das Fördern von Lesekompetenz Aufgabe aller Schulfächer.

In derselben Kategorie prämierte die Stiftung Lesen das Projekt „Ich bin Bib(liotheks)fit“ vom Borromäusverein e.V., das Kindergartenkinder in die Welt der Büchereien einführt und anschließend als Anreiz zur aktiven Nutzung einen Bibliotheksführerschein vergibt. In vier aufeinander folgenden Veranstaltungen lernen die Kinder, sich in der Bibliothek zurechtzufinden und das Medienangebot zu nutzen. Sie erfahren, wie man Bücher aussucht und ausleiht, und nehmen an einer Bibliotheksführung teil. Vorlese- und Ausmalaktionen runden das Angebot ab. Als krönenden Abschluss erhält jedes Kind einen Bibliotheksführerschein, der nachweist, dass es an den Veranstaltungen teilgenommen hat. Besonders die Maßnahme der Führerscheinausstellung ist hervorzuheben, da auf diese Weise den Kindern etwas in die Hand gegeben wird, auf das sie stolz sein können, und das sie motiviert, die Bibliothek aufzusuchen.
Weitere Informationen unter: www.bibfit.de

Das ebenfalls als „Herausragende Initiative“ prämierte Modellprogramm „FörMig“ überzeugte die Jury durch ihre Arbeit mit einer besonders wichtigen Leseförderungs-Zielgruppe: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Das Programm  würdigt die Bedeutung der Erstsprache als Wegbereiterin für die Zweitsprache und reagiert damit auf aktuelle Forschungsergebnisse. Initiiert wurde das Programm, an dem zehn Bundesländer teilnehmen,  von der BLK (Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung). Rund 5000 Kinder und Jugendliche an über 40 Standorten wurden bereits gefördert. FörMig-Programmträger ist das Institut für International und Interkulturell Vergleichende Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg.
Weitere Informationen unter: www.blk-foermig.uni-hamburg.de

Spende für Leseförderungsinitiativen
Im Rahmen der Preisverleihung überreichte Tobias Tafel, Geschäftsführer der Nachhilfeorganisation Studienkreis, der Stiftung Lesen einen Scheck mit dem Erlös eines erfolgreichen gemeinsamen Projektes. Der Betrag von 10.000 Euro wird Leseförderungsinitiativen zugute kommen. Umrahmt wurde die Preisverleihung durch das Jazz-Ensemble „Bluesette.“
    
Kontakt: 
Stiftung Lesen
Christoph Schäfer
Römerwall 40
55131 Mainz
Tel. (06131) 2 88 90-28
E-Mail: Christoph.Schaefer@StiftungLesen.de
 

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