Bericht

Niedersachsen auf dem Weg zur Leseschule

27.02.2017

Zeit, Raum und Partner fürs Lesen


Unter dem Titel „Niedersachsen auf dem Weg zur Leseschule“ hat die Akademie für Leseförderung Niedersachsen mit Unterstützung des Niedersächsischen Kultusministeriums in den Jahren 2015/2016 drei Broschüren herausgegeben, in denen nachahmenswerte Praxisbeispiele für eine gelungene Leseförderung an jeweils fünf Schulen in verschiedenen Regionen Niedersachsens vorgestellt werden. Die mit kurzen Texten beschriebenen Beispiele sollen ein erster Anstoß sein und dazu ermutigen, neue Wege in der Leseförderung zu gehen. Die Broschüren „Zeit fürs Lesen“, „Raum fürs Lesen“ und „Partner fürs Lesen“ stehen auf der Website der Akademie für Leseförderung zum kostenlosen Download zur Verfügung. Im Folgenden werden sie kurz vorgestellt.

Zeit fürs Lesen
Lesen lernt man nicht auf die Schnelle, der Erwerb von Lesegewohnheiten braucht Zeit und Ausdauer. In der ersten Broschüre der Reihe „Niedersachsen auf dem Weg zur Leseschule“ werden fünf Leseförderprojekte von Schulen vorgestellt, die sich „Zeit fürs Lesen“ nehmen. An der Waldschule Steyerberg werden pro Woche drei ausgewiesene Lese(förder)stunden für Leseübungen und für die Vermittlung von Lesestrategien im Fach genutzt. In der Integrierten Gesamtschule Flötenteich in Oldenburg trainieren Lesepatinnen und Lesepaten aus Klasse 9 mit Schülerinnen und Schülern aus Klasse 5 verschiedene Lesestrategien. Leseempfehlungen für Gleichaltrige geben die Lesescouts am Gymnasium Am Fredenberg in Salzgitter. Zeit für Begegnungen mit Autorinnen und Autoren ist an der Integrierten Gesamtschule Lehrte fester Bestandteil des schuleigenen Lesecurriculums. Und an der Kooperativen Gesamtschule Hage-Norden sorgt die Schülerredaktion „Mittendrin“ dafür, dass ihren Mitschülerinnen und -schülern der Lesestoff nicht ausgeht.
Download der Broschüre „Zeit fürs Lesen“: www.alf-hannover.de

Raum fürs Lesen
Die Freude am Lesen kann sich an einer Schule besser entwickeln, wenn es einen geeigneten Raum dafür gibt. In der zweiten Broschüre der Reihe „Niedersachsen auf dem Weg zur Leseschule“ werden Schulbibliotheken vorgestellt, die als Lese- und Lernorte sowie als beliebte Treffpunkte in Freistunden und am Nachmittag die Lesekultur an der Schule positiv beeinflussen, wie z.B. die Schulbücherei der St.-Ursula-Schule in Lüneburg, die zum Treffpunkt für die ganze Schulfamilie geworden ist, weil sie Raum für alles bietet, was mit dem Thema Lesen zu tun hat. Ein Leseerlebnisraum ist die LeseOase der Lise-Meitner-Schule in Stuhr-Moordeich. Als „dritter Pädagoge“ hilft sie, Leseinteresse und Lesefreude der Schülerinnen und Schüler zu fördern – auch außerhalb des Unterrichts, in den großen Pausen und in der Mittagspause. In der Schulbibliothek der Gesamtschule Schinkel in Osnabrück können neben Fachbüchern und klassischer Freizeitlektüre auch Bücher zum Thema Fußball ausgeliehen werden. Um insbesondere bei Jungen das Interesse am Lesen zu erhalten und zu fördern, bietet die Schule im Wahlpflichtbereich des 9. Jahrgangs einen Kurs zum Thema Fußballliteratur an. Am Hainberg-Gymnasium in Göttingen wird die Schulbibliotheksleitung von den Mitgliedern der Bibliotheks-AG „SeitenEinsteiger“ bei der Organisation von Leseaktionen und bei der Gestaltung der Online-Bibliothekszeitung unterstützt. Lesemaxe heißt eine Arbeitsgemeinschaft des Max-Planck-Gymnasiums Delmenhorst, die sich regelmäßig in der mit hoher Schüler- und Elternbeteiligung neu eingerichteten Maxe-Schulbibliothek trifft.
Download der Broschüre „Raum fürs Lesen“: www.alf-hannover.de

Partner fürs Lesen
Kooperationspartner können bei der Förderung des Lesens eine große Hilfe sein. In der dritten Broschüre der Reihe „Niedersachsen auf dem Weg zur Leseschule“ werden fünf Beispiele gut funktionierender Zusammenarbeit vorgestellt. So kooperiert die Josefschule Emmeln mit der Katholischen Öffentlichen Bücherei Emmeln und mit einer Buchhandlung in Haren bei der Weiterentwicklung der Angebote zur Förderung des Lesens. Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule in Verden hat einen Kooperationsvertrag mit der Stadtbibliothek abgeschlossen und arbeitet außerdem eng mit einem Sprachheilkindergarten zusammen. Hier wird die Schulbibliothek von Grundschulkindern und Kindergartenkindern gemeinsam genutzt. „Zeilenzauber“ heißt die schuleigene Bibliothek am Theodor-Heuss-Gymnasium in Wolfsburg. Partner bei der Buchauswahl und bei Projekten wie der Lesenacht im November, bei der die ganze Schule zur großen Lesebühne wird, ist Buchhandlung „Bücherwurm“. Der Verein „MENTOR – Die Leselernhelfer Hannover e. V.“ unterstützt die Gerhart-Hauptmann-Schule in Hannover bei der Förderung von Lese- und Sprachkompetenz. Und an der Grundschule Am Langen Esch in Quakenbrück ist der Niedersächsische Fußballverband (NFV) starker Partner bei der Förderung der Lesemotivation. Mit dem Projekt „Anpfiff fürs Lesen“ sollen insbesondere Jungen der 3. und/oder der 4. Klasse für das Lesen begeistert werden.
Download der Broschüre „Partner fürs Lesen“: www.alf-hannover.de

Die Botschaft
Die in den drei Broschüren beschriebenen Beispiele veranschaulichen, das Leseförderung funktioniert, wenn man sich Zeit nimmt, geeignete Räume schafft und passende Partner findet.

Christine Schuster

Kontakt:
Akademie für Leseförderung Niedersachsen
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Waterloostr. 8
30169 Hannover
Tel.: (0511) 1267-308
E-Mail: alf@gwlb.de
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