Bericht

Für einen guten Start in Deutschland

21.01.2016

Bundesweites Programm „Lesestart für Flüchtlingskinder“


Lesen und Vorlesen, das Erzählen von Geschichten und das Erleben der deutschen Sprache sind für Flüchtlingsfamilien wichtige Hilfestellungen zur Integration und zur Orientierung in unserem Land. Um Kindern in Erstaufnahmeeinrichtungen erste Zugänge zur deutschen Sprache zu ermöglichen und das Lesenlernen zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung das dreijährige Programm „Lesestart für Flüchtlingskinder“ initiiert und die Stiftung Lesen mit der Durchführung beauftragt. Am 16. Dezember 2015 stellte Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, das Programm in Berlin vor und übergab in der Erstaufnahmeeinrichtung AWO Refugium Lichtenberg gemeinsam mit Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, und Manfred Nowak, Vorstandsvorsitzender AWO Berlin-Mitte, Lesestart-Sets an Eltern und Kinder sowie eine Lese- und Medienbox an die Leitung der Einrichtung.

„Wir stehen vor der großen Aufgabe, viele hunderttausend Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen und sie zügig zu integrieren. Integration durch Bildung ist ein wichtiger Schlüssel hierzu. Erstaufnahmeeinrichtungen sind für viele geflüchtete Familien der Ausgangspunkt für ihr Leben in Deutschland. Deshalb setzen wir hier an und vermitteln mit den Lesestart-Sets und regelmäßigen Vorleseangeboten erste Zugänge zu Sprache und Bildung“, sagte Ministerin Wanka.

„Die Sets und die Medienboxen helfen Kindern und ihren Familien in Erstaufnahmeeinrichtungen, sich spielerisch mit der neuen Umgebung und Sprache auseinanderzusetzen. Gleichzeitig unterstützen wir so das Engagement von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, um schon von Anfang an ein breites Leseförderungsnetzwerk im Umfeld der Erstaufnahmeeinrichtungen aufzubauen und geflüchteten Kindern so einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen“, sagte Jörg F. Maas.

Lesestart-Sets und Lese- und Medienboxen
Alle Kinder im Vorschulalter, die in Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen, erhalten im Rahmen des Programms ein speziell konzipiertes Lesestart-Set - eine bunte Stofftasche mit einem kindgerechten Buch und Informationsmaterial für die Eltern. Die Materialien sollen die Neugierde auf Bücher wecken, zum Vorlesen und gemeinsamen Erzählen motivieren und erste Einblicke in den Alltag, die Kultur und die Sprache in Deutschland vermitteln.

Für die pädagogische Arbeit mit Kindern bis zum Alter von zwölf Jahren wird allen Erstaufnahmeeinrichtungen eine Lese- und Medienbox mit sprachfördernden Lese- und Spielmedien zur Verfügung gestellt. Sie enthält ungefähr 25 verschiedene Bücher, darunter auch Comics und Liedersammlungen, und acht Spiele, die dazu geeignet sind, Kindern auf spielerische Weise den Umgang mit Alltag und Sprache in Deutschland näherzubringen.

Vorbereitung und Unterstützung für Vorleserinnen und Vorleser
Für ehrenamtlich Vorlesende sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Flüchtlingsinitiativen und Hauptamtliche in Erstaufnahmeeinrichtungen bietet die Stiftung Lesen im Rahmen des Programms Seminare zur Vorbereitung auf ihre anspruchsvolle Aufgabe an. Wer dieses Seminarangebot in Anspruch nehmen möchte, kann sich wenden an: info(at)lesestart-fuer-fluechtlingskinder.de

Darüber hinaus unterstützt die Stiftung Lesen Erstaufnahmeeinrichtungen, die ehrenamtliche Partner für Vorleseangebote suchen, und regionale Vorleseinitiativen, die sich in Erstaufnahmeeinrichtungen in ihrer Nähe engagieren möchten, bei der Kontaktaufnahme.

Auf der Website des Projekts sind Informationen über das Programm, die Materialien, das Seminarkonzept und die Netzwerk-Aktivitäten abrufbar: www.lesestart-fuer-fluechtlingskinder.de

Christine Schuster

Kontakt:
Margit Weingärtner
Stiftung Lesen
Römerwall 40
55131 Mainz
Tel.: (06131) 28890-15
E-Mail: margit.weingaertner@stiftunglesen.de
Internet: www.lesestart-fuer-fluechtlingskinder.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de