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Bericht

Die Welt liest Fußball

14.06.2006

Zehn Lesetipps für Fußballfreunde im WM-Fieber und alle, die es noch werden wollen




Hexe Lilli im Fußbalfieber
Hexe Lilli im Fußbalfieber
© Arena Verlag
Die Welt ist zu Gast bei Freunden und die allgegenwärtige Fußball-WM drückt auch dem deutschen Buchmarkt ihren unverwechselbaren Stempel auf. Dieser Tage führt am Thema Fußball für die Verlage kein Weg vorbei. Die Redaktion stellt zehn Bücher vor und versucht einen Überblick über die Bandbreite der Veröffentlichungen zu geben und zu zeigen: Der Fußball schreibt viele Geschichten.

Erzählende Literatur

Wie Franz Kaiser den Fußball erfand

Unter Fußball-Fans in aller Welt gibt es verschiedene Theorien über den Ursprung des großen Ballsportes. In seinem Kinderbuch „Wie Franz Kaiser den Fußball erfand“ enthüllt Illustrator und Autor Karsten Teich jetzt die Wahrheit in „einer lustigen Geschichte, die sich vor langer Zeit genau so zugetragen haben könnte.“ (Berliner Zeitung) Tatsächlich hat nämlich eine kleiner junge namens Franz Kaiser den Fußball erfunden. Wie alle kleinen Jungen liebt es auch der Sohn des großen Seifenfabrikaten auf Bäumen herumzuklettern, herum zu toben und sich mit seinen Freunden den Ball zuzuwerfen. Doch seine blitzsauberen Eltern sehen nicht gerne, wenn ihr Sohn mit schmutzigen Händen nach hause kommt, und so verbieten sie ihm das Spiel mit dem Ball. Als die anderen Eltern nachziehen, treffen sich die Kinder auf dem Spielplatz und überlegen, was sie jetzt machen sollen. Franz regt sich dabei so sehr auf, dass er wütend gegen den Ball tritt und dann nehmen die Dinge ihren Lauf. Die Kinder spielen Ball, ohne sich schmutzig zu machen und schließlich kicken sogar die Erwachsenen mit. Das Märchen über die Geburtsstunde des Fußball gefällt durch seine Illustrationen und begeistert mit seinen comicartigen Szenen die kleinen Fußballfreunden ab drei Jahren. (Karsten Teich, Wie Franz Kaiser den Fußball erfand, erschienen im Fischer Verlag)

Leon erfüllt sich seinen Traum
Auch „Die Bambini-Kicker“ von Autor Manfred Mai warten mit bunten Bildern auf. Sie erzählen vom fünfjährigen Leon und seinem Traum, das entscheidende Tor in einem wichtigen Spiel zu erzielen. Diesen Traum vom Fußball-Helden will er sich unbedingt erfüllen. Nachdem der Wiederstand seiner Eltern ausgeräumt ist, besucht er gemeinsam mit seinem besten Freund Maxi die erste Trainingsstunde. Schnell merkt Leon, dass vieles anders ist, als er es sich vorgestellt hat. Die Aufwärmübungen erinnern ihn verdächtig an das langweilige Turnen im Kindergarten und auch das Tore schießen klappt im Traum irgendwie besser. Nach der Enttäuschung des ersten Trainings geht es jedoch aufwärts und nach der Aufregung des ersten Spiels folgt die Erfüllung des großen Traumes. Junge Leser ab fünf Jahren begleiten Leon auf seinem Weg und lernen ganz nebenbei auch noch die wichtigsten Fußballregeln. (Manfred Mai und Karl Luieffering, Die Bambini-Kicker, erschienen im Ravensburger Buchverlag)

Gastspiel beim FC Girl
„Neue Fußballgeschichten vom Franz“ für Kinder ab sieben Jahren hat sich die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ausgedacht. Alles fängt damit an, dass Franz nicht mehr mit den Jungs aus seiner Klasse spielen darf. Wie praktisch, dass seine Freundin gerade den „FC Girl“ gegründet hat. Hier darf Franz spielen und läuft prompt zur Höchstform auf. Nachdem er gemeinsam mit dem Mädchen-Team gegen die Jungs aus seiner Klasse gespielt hat, wollen diese ihn plötzlich ganz schnell wieder zurück in der Mannschaft haben. Wie soll Franz das jetzt nur seiner Freundin erklären? Zu allem Überfluss auch noch der Fußball seines großen Bruders verloren, ausgerechnet der mit dem Autogramm des berühmten Nationalspielers. Findet Franz ihn rechtzeitig wieder, bevor Josef zurück aus dem Schullandheim kommt? (Christine Nöstlinger, Neue Fußballgeschichten vom Franz, erschienen im Oettinger Verlag)

Die Wilden Kerle lüften das Weltmeisterschaftsgeheimnis
Sie sind die bekanntesten Nachwuchskicker der Nation: Die wilden Fußballkerle mit ihrem Anführer Leon, dem Slalomdribbler und seinen besten Freund Fabi, dem schnellsten Rechtsaußen der Welt. Die Kicker-Reihe „Die Wilden Fußballkerle“ von Joachim Masannek lässt auch die sonst schwer zugängliche Zielgruppe der Jungen an acht Jahren immer wieder zum Buch greifen. In ihrem neuesten Abenteuer lüften die Wilden Kerle „das Weltmeisterschaftsgeheimnis“. Am Tag vor dem entscheidenden Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft trommelt Leon die wilden Kerle zusammen und erinnert sie daran, dass sie alle vor vier Jahren geschworen haben, an der WM teilzunehmen – und alles dafür zu geben, dass Deutschland gewinnt. Der „Blitzpasstorvorbereiter“ Leon hat sich dafür schon einen Plan ausgedacht, in dem das „geniale Geheimerfinderphantom Hadschi ben Hadschi ben Hadschi“ und ein Weltmeister von 1974 wichtige Rollen spielen. (Joachim Masannek, Das Weltmeisterschaftsgeheimnis, erschienen im Baumhaus Verlag)

Die kleine Hexe Lilli gibt Fußball-Tipps für Mädchen
Mit den Regeln des Spiels hat auch die kleine Hexe Lilli zu kämpfen. Sie hat sich in Andreas verliebt, den besten Fußballspieler der Schule. Aber wenn ihr Schwarm in den Pausen mit seinen Freunden über Spielsysteme und Abseitsfallen fachsimpelt, kommt Lilli nicht mit. Deshalb kauft sie sich ein Fußballbuch, und liest nach, was es mit Technik und Taktik auf sich hat. Und ehe sich Lilly versieht, findet sie sich selbst auf dem Fußballplatz wieder und muss in der ersatzgeschwächten Schulmannschaft aushelfen. KNISTERS neues Buch „Hexe Lilli im Fußballfieber“ spricht vor allem Mädchen im Alter zwischen acht und neun Jahren an. Die bekannte Serienfigur Lilli macht ihre Leserinnen im WM-Jahr mit den Grundlagen des Fußballspiels vertraut und erklärt mit Hilfe ihres Fußballbuches die verschiedenen Spielsysteme und Fachbegriffe. Die kleine Hexe gibt auch praktische Übungstipps für junge Nachwuchsspielerinnen, die das Fußballfieber gepackt hat. (KNISTER, Hexe Lilli im Fußballfieber, erschienen im Arena Verlag)

Henning lernt aus seinen Fehlern
Eigentlich ist Henning ein Knipser, einer, der sich darauf versteht, Tore zu schießen. Doch was ist nur los mit dem Kapitän des SC Kleinstetten? Im elften Band der „Turbokicker“ zerstreitet er sich mit seinen Freunden und Mannschaftskameraden. Im Team rumort es und im Halbfinale sitzt Henning auf der Bank. Autor Henning Friedmann erzählt eine Fußball-Geschichte für Leser ab neun Jahren, in der es um Teamgeist geht und den persönlichen Ehrgeiz. Der niedergeschlagene Henning versucht durch mentales Training wieder zurück auf die Erfolgsspur zu finden. Zu diesem Zweck beschallt er sich pausenlos mit einer selbstaufgenommen Kassette, die ihm sagt „Ich bin der Größte, der Beste, der Tollste“. Allein der gewünschte Erfolg bleibt aus und verkehrt sich sogar ins Gegenteil. Es ist ein mühsamer Weg, bis der Kapitän der Turbokicker schließlich erkennt, welche Qualität er wirklich braucht, um ein guter Fußballer und Freund zu sein. Im alles entscheidenden Endspiel meldet sich Henning zurück und erzielt gleich Tore - der „Hattrick für Henning“ entscheidet das Spiel. (Henning Friedmann, Die Turbokicker: Hattrick für Henning, erschienen im KeRLE Verlag)

Locke wird Nationalspieler
Lockes’ Freude ist groß, als er die Einladung zur deutschen U15-Nationalmannschaft erhält und schon träumt er vom Spiel gegen Portugal. Doch die Konkurrenz schläft nicht und bald fällt Locke einer Intrige seines Stürmerkollegen Björn zum Opfer und wird aus dem Aufgebot gestrichen. Kaum zu hause muss er schon seiner Freundin Eva bei der Vorbereitung auf eine Casting-Show helfen und seinen besten Freund Matz, der in das Aufgebot der türkischen U15 berufen wurde, per SMS coachen. Dann klopft auch noch der FC Schalke 04 an die Tür des Nachwuchsstürmers, und ehe sich Locke versieht, winkt auch schon eine zweite Chance in der Nationalmannschaft. Es geht stürmisch zu in Uli Potofskis neuem Roman „Locke stürmt“. Der Folgeband des Erfolgstitels „Locke bleibt am Ball“ stammt erneut aus der Feder des erfahrenen Fußballexperten. „Man erfährt viel über Tricks und die Möglichkeiten, bei großen Vereinen Erfolg zu haben“, attestiert die Süddeutsche Zeitung dem Jugendroman für Leser ab zehn Jahren. (Uli Potofski, Locke stürmt, erschienen bei Cbj)

Die Geschichte von El Gato und dem geheimnisvollen Keeper
In seinem Jugendroman „Keeper“ erzählt der britische Autor Mal Peet ein ebenso spannendes wie mystisches Fußball-Märchen. Nur wenige Tage sind vergangen, seit die brasilianischen Ballzauberer die deutsche Elf im Finale der Fußball-WM geschlagen haben. Dem Journalisten Paul Faustino ist es gelungen, ein Interview mit „El Gato“, dem Torwart des frischgebackenen Weltmeisters zu arrangieren. Es wird eine lange Nacht für Paul, denn „die Katze“ hat viel zu erzählen. Faustino und junge Leser ab zwölf Jahren werden Zeuge seiner fantastischen Lebensgeschichte aus einer Welt, in der die Magie des Fußballgottes wirkt. Die „ganz und gar unglaubliche Geschichte“ (Die Zeit) beginnt im brasilianischen Urwald und führt in die großen Fußballarenen der Welt. Im dichten Dschungel, der sein Heimatdorf umgibt, verschwimmen für den Jungen El Cinüeda die Grenzen zwischen Realität und Geisterwelt. Hier findet er seine Berufung, als er eines Tages den geheimnisvollen Keeper trifft. Der legendäre Torwart, der nach einem Flugzeugabsturz als verschollen galt, unterweist seinen jungen Schüler in der Kunst des Torhütens. Sein geisterhafter Mentor verrät ihm die Techniken und Kniffe, die ihn später zu El Gato machen werden, dem besten Keeper der Welt. (Mal Peet, Keeper, erschienen im Carlsen Verlag)

Sachbücher

Ein Klassiker wird neu aufgelegt
Ausführliche Hintergrundinformationen über die Sieger von 1974 und rund um das Mega-Event Fußballweltmeisterschaft können junge Leser dem reich bebilderten „Was ist was?“-Fußballbuch entnehmen. Im WM-Jahr 2006 hat der Tessloff-Verlag eine aktualisierten Ausgabe des Dauerbrenners aufgelegt. Geschichte, Spielregeln, und Techniken des Fußballs werden hier ausführlich erklärt. Ein eigenes Kapitel ist dem deutschen Fußball gewidmet, auch ein Blick auf die ehemalige DDR fehlt nicht. Internationale Beiträge zu den besten Vereinen Europas und dem Europacup runden das Spektrum ab. Ein komplett neuer Teil zum Jahr 2006 bietet Informationen rund um die WM in Deutschland und wirft einen Blick auf den Fußball in Asien und Ozeanien, Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika. (Christoph Bausenwein, Was ist was? Fußballbuch, erschienen im Tessloff Verlag)

Augenzwinkernde Übersetzungshilfe
Fußball ist ein Sprache, die auf der ganzen Welt gesprochen wird. Allerdings bleibt sie für Nichteingeweihte oft ein Buch mit sieben Siegeln. Und wer sich schwer tut mit den eigentümlichen Begriffen, verwinkelten Spielzügen und Taktiken der Fußballwelt, findet sich im WM-Jahr schnell im kommunikativen Abseits wieder. Abhilfe schafft Grimme-Preisträger und Sportmoderator Gerhard Delling mit seinem Langenscheidt-Wörterbuch „Fußball-Deutsch / Deutsch-Fußball“. Der WM-Experte des ZDF übersetzt den Fachjargon der Fußballwelt augenzwinkernd in die deutsche Sprache. Das handliche gelbe Nachschlagewerk rund um König Fußball reicht von A wie „abgezockt“ bis Z wie „zustellen“, vom Chancentod bis zum Grottenkick und vom Ausputzer bis zur Lichtgestalt. Zusätzlich gibt es zahlreiche Hintergrundinformationen, geflügelte Fußballer-Weisheiten und einen Rückblick auf die Sternstunden der Fußballgeschichte. (Gerhard Delling, Fußball-Deutsch / Deutsch-Fußball, erschienen im Langenscheidt Verlag)

Anmerkung der Redaktion: Wir sind langfristig um eine ausgewogene Berichterstattung über die deutsche Kinder- und Jugendverlagslandschaft und deren Produkte bemüht und möchten darauf hinweisen, dass dieser Artikel eine Auswahl aus dem breiten Angebot an Fußballbüchern präsentiert. Er erhebt nicht den Anspruch, die entsprechende Buchproduktion der zahlreichen Verlage vollständig abzudecken.
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