Meldung

Aktionstag Legasthenie und Dyskalkulie am 30. September

22.09.2022

Anlaufstellen zum Thema Legasthenie




Schreibendes Kind
Schreibendes Kind
Pexels, Andrea Piacquadio
Am 30. September machen der Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie e.V. und die Deutsche Kinderhilfe - ständige Vertretung der Kinder - mit einem Aktionstag auf Legasthenie und Dyskalkulie aufmerksam. Seit 2016 soll dieser Aktionstag aufzeigen, wie Kinder und Jugendliche mit Legasthenie (auch Lese-Rechtschreibstörung, kurz LRS genannt) und/oder Dyskalkulie unterstützt werden können und darüber aufklären, was Legasthenie und Dyskalkulie bedeuten.

Der Tag soll zeigen, dass es möglich ist, Fachkompetenzen zu erwerben, um z.B. den eigenen Berufswunsch umzusetzen. Mehr als 10 % aller Kinder und Jugendlichen fallen in der Schule durch massive Probleme im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen auf. Sie haben eine Legasthenie und/oder Dyskalkulie. Mit der Kampagne „Bessere Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit Legasthenie und/oder Dyskalkulie!“ setzen sich die Initiatoren gemeinsam dafür ein, dass sich Kinder und Jugendliche begabungsgerecht entwickeln können. Viele Betroffene erhalten oft nicht ausreichende Unterstützung.

"Diese mangelnde Unterstützung von Kindern mit Legasthenie oder Dyskalkulie hat gravierende Folgen für deren berufliche Laufbahn und seelische Gesundheit. So haben Kinder und Jugendliche mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie schlechtere Chancen auf einen qualifizierten Schulabschluss und die damit verbundenen Berufsaussichten, sowie ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen. Mehr als die Hälfte aller Kinder mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie entwickeln Schulängste, depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden. Individuelle Unterstützung, Nachteilsausgleich und spezifische Förderung sind daher unabdingbar, um die beruflichen Perspektiven und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Legasthenie und Dyskalkulie zu verbessern und ihnen so die gleichen Chancen auf ein erfolgreiches und gesundes, glückliches Leben zu gewähren.", berichtet Dr. Kristina Moll, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie in ihrer Botschaft zum bundesweiten Aktionstag.

Aus diesem Anlass stellen wir in diesem Beitrag Anlaufstellen, Webseiten und Einrichtungen vor, die Eltern, Fachkräfte und Betroffene bei der Diagnostik und bedarfsgerechten Leseförderung bei Legasthenie und Lese-Rechtschreib-Problemen unterstützen können.

LegaKids und Alphaprof
Das kostenfreie Internet-Projekt Legakids.net, der Legakids Stiftung, bietet Aufklärung und Hilfe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Unterstützung beim Umgang mit Lese-Rechtschreib-Unsicherheiten, Legasthenie (LRS) oder Rechenschwäche (Dyskalkulie) suchen. Geschichten, Videos und Hörspiele machen kindgerecht mit der zugrundeliegenden Problematik vertraut. Lese- und Zahlenspiele und das kostenfreie Programm Lurs-Minimator motivieren zum Lesen und Schreiben. Für Eltern, Lehrer*innen sowie Therapeut*innen gibt es Tipps zum Umgang mit betroffenen Kindern und Informationen zu spezifischen Problemen und Fördermöglichkeiten.
Mit ihrem Angebot Alphaprof bietet die Legakids Stiftung zudem kostenfreie Online-Fortbildung für (angehende) Lehrkräfte, LRS-Förderkräfte und engagierte Leseförder*inne an. Die Kurse bieten neben dem theoretischen Hintergrund zum Schriftspracherwerb zahreiche konkrete Tipps zur Förderung von Kindern inner– und außerhalb des Unterrichts. In Vertiefungskursen können Themen wie Motivation, schulrechtliche Aspekte oder das Gestalten von Elterngesprächen bearbeitet werden. Interessierte finden in verschiedenen Rubriken Materialien, Leseempfehlungen, Unterrichtsmaterialien und Videos, die teilweise auch als Downloads bereit stehen.

Londi - Online-Plattform für die Diagnostik und Prävention bei Lernstörungen
LONDI bietet wissenschaftlich abgesicherte Informationen für den Umgang mit besonderen Lernschwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen an. Die Inhalte zur Diagnostik und Prävention zu den einzelnen Lernstörungen richten sich an Eltern, Lehrkräfte, Schulpsycholog*innen, Lerntherapeut*innen und Akteur*innen der Jugendhilfe. Die LONDI Online-Plattform wurde im Rahmen des Verbundvorhabens „Entwicklung und Implementation einer Onlineplattform zur Diagnostik und Förderung von Kindern mit einer umschriebenen Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten“ entwickelt. Das Verbundvorhaben wird seit April 2017 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmenprogramm zur Förderung der Empirischen Bildungsforschung gefördert und ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation sowie dem LMU Klinikum, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Im Rahmen der zwei Forschungsschwerpunkte „förderrelevante Diagnostik“ und „evidenzbasierte Förderung“ wurden die technischen und inhaltlichen Grundlagen der LONDI Online-Plattform geschaffen, ein Screeningverfahren entwickelt, offene Fragen zur Diagnostik und zur Förderung geklärt sowie neue Fördertools entwickelt. Die LONDI Plattform entstand dabei in enger Abstimmung mit Vertreter*innen der  Schulpsychologie, der Deutschdidaktik, der Mathematikdidaktik und der Kommunalen Jugendhilfe sowie mit Lerntherapeut*innen, Technikexpert*innen und Eltern betroffener Kinder.

Linksammlungen zum Thema Legasthenie und Lese-Rechtschreib-Schwäche des Deutschen Bildungsservers
In umfangreichen und thematisch differenzierten Linksammlungen, hat die Redaktion des Deutschen Bildungsservers Webseiten, Informationsmaterialien und Anlaufstellen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von Lese-Rechtschreib-Schwächen oder Legasthenie betroffen sind, zusammengestellt.
Neben allgemeinen Informationen z.B. zur Diagnostik, werden auch hilfreiche Links zu Themen wie "Schule und Legasthenie" oder "Lernhilfen" aufgelistet.

Kindgerechter Erklärfilm "Was ist LRS" der Sendung "Die Maus" (WDR)
Elin ist zehn Jahre alt und geht in die 4. Klasse. Sie springt gern Trampolin und auch das Zeichnen macht ihr Spaß. Was sie lange Zeit nicht so gerne mochte, war das Lesen. Denn das war anstrengend und mühsam, weil sie oft Buchstaben vertauschte. Das hat einen Grund: Elin hat nämlich LRS - eine Lese-Rechtschreibstörung. In diesem neun minütigen Video, aus der Sendung "Die Maus" vom 9.01.2022, möchte Moderator Ralph mehr über LRS wissen und findet heraus, was bei einer LRS Diagnose im Gehirn passiert.




Kontakt zum Aktionstag:

Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.
Postfach 201338, 53143 Bonn
www.bvl-legasthenie.de

Deutsche Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung e. V.
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
www.kindervertretung.de
Redaktionskontakt: anda@dipf.de