Bericht

Deutscher Lesepreis 2020

24.11.2020

Herausragendes Engagement für die Leseförderung geehrt




© Stiftung Lesen
© Stiftung Lesen
Mit dem Deutschen Lesepreis zeichnen die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung seit 2013 jedes Jahr prominentes Engagement für die Leseförderung sowie innovative und bewährte Leseförderprojekte in verschiedenen Kategorien aus. 16 Personen und Einrichtungen, die sich nachhaltig für die Leseförderung einsetzen, wurden in diesem Jahr mit dem Preis geehrt. Staatsministerin Prof. Monika Grütters, Schirmherrin des Deutschen Lesepreises 2020, zitiert in ihrem Grußwort die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren: „Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen.“ Wie die Welt von morgen aussehen werde, hänge - frei nach Astrid Lindgren - auch von all jenen ab, die bei Kindern und Jugendlichen Lesebegeisterung und damit auch Einbildungs- und Gestaltungskraft wecken und fördern, so die Staatsministerin.
Die Moderatoren Jennifer Sieglar und Tim Schreder präsentierten die ausgezeichneten Projekte gemeinsam mit den Lesebotschaftern ChrisTine Urspruch, Johann von Bülow, Sven Voss, Marc Dumitru und Tobi Kämmerer während einer digitalen Preisverleihung am 4. November 2020. Das Video ist weiterhin abrufbar unter www.deutscher-lesepreis.de.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2020

Herausragendes individuelles Engagement
Mit dem Preis für herausragendes individuelles Engagement, gestiftet von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, werden Personen auszeichnet, die sich in außergewöhnlicher Weise für die Leseförderung verdient gemacht haben. Dies kann aktives ehrenamtliches Engagement ebenso sein wie die Initiierung und Umsetzung eigener Ideen zur Förderung der Lesefreude und der Lesekompetenz für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen. Die Realisierung muss 2018, 2019 erfolgt oder noch jüngeren Datums sein. Insgesamt stehen 4.500 Euro Preisgeld zur Verfügung (1. Preis: 2.000 Euro, 2. Preis: 1.500 Euro, 3. Preis: 1.000 Euro).

1. Preis: AusLESE – Grundschüler sprechen über gute Kinderbücher
Tanja Kasischke, Berlin
Gemeinsam mit Lesesack Albert bringt Tanja Kasischke Kindern in ganz Brandenburg Medienkompetenz, Textverständnis und sprachliche Ausdrucksfähigkeit bei.
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2. Preis: Buchhaltestelle Tennenlohe
Tanja Hofmann, Erlangen
Die Buchhaltestelle zeigt, wie „Literaturversorgung“ auch in kontaktarmen Zeiten funktionieren kann: Mit Büchertausch, Bilderrätseln, dem Erzählophon und einem Haltestellenpodcast.
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3. Preis: LegaKids & alphaProf
Michael Kortländer, München
Mit kostenfreien Spielen, Videos, Tipps und Online-Kursen unterstützt Michael Kortländer Kinder beim Lesenlernen und zeigt Erwachsenen, wie sie ihnen dabei helfen können.
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Herausragendes kommunales Engagement
In dieser Kategorie, gefördert von der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V., werden Kindertagesstätten, Bibliotheken, Vereine, Unternehmen, Universitäten sowie Organisationen und kommunale Träger ausgezeichnet, die sich in außergewöhnlicher Art und Weise für die Leseförderung vor Ort verdient gemacht haben. Besondere Berücksichtigung gilt dabei der Bildung lokaler Netzwerke im Sinne einer institutionsübergreifenden und sich wechselseitig ergänzenden Projektzusammenarbeit. Die Projekte und Ideen können sich an alle Altersstufen und Zielgruppen richten. Die Realisierung muss 2018, 2019 erfolgt oder noch jüngeren Datums sein. Drei Preisträger erhalten ein Preisgeld von insgesamt 4.500 Euro (1. Preis: 2.000 Euro, 2. Preis: 1.500 Euro, 3. Preis: 1.000 Euro).

1. Preis: Wetzlar liest – von Anfang an und überall
Gemeinsam mit vielen Partnern und Unterstützern entwickelt und organisiert die Initiative einen Medienkatalog, Buchspenden und Fortbildungen, um Menschen in der Region für das Lesen zu begeistern.
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2. Preis: BRAINS & GUTS e.V. Hamburg liest weiter!
Ausgelesene Zeitschriften werden vor der Entsorgung gerettet und an gemeinnützige Einrichtungen weitergegeben.
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3. Preis: Vorlese-Initiative der Kölner Freiwilligen Agentur e.V.
Flüchtlingskinder begegnen LeseWelten

Ehrenamtlich Engagierte ermöglichen Flüchtlingskindern Vorlesestunden an Orten des alltäglichen Lebens, um sie für ihre neue Heimat und die deutsche Sprache zu begeistern.
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Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas
Mit dem Preis für herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas, gestiftet von FRÖBEL e. V., werden Kindertagesstätten ausgezeichnet, die der Vermittlung von Freude an Geschichten und dem Interesse am Lesenlernenwollen in ihrer pädagogischen Arbeit breiten Raum geben. Dazu zählen die Ausstattung der Kindertageseinrichtungen mit Vorlesematerial und Vorleseorten, der alltägliche Umgang mit Geschichten und Büchern, regelmäßige dialogische Vorleseangebote sowie der aktive Austausch der pädagogischen Fachkräfte mit den Kindern und ihren Eltern. Insgesamt stehen 4.500 Euro Preisgeld zur Verfügung (1. Preis: 2.000 Euro, 2. Preis: 1.500 Euro, 3. Preis: 1.000 Euro).

1. Preis: Kita Meißnerweg, Darmstadt
In dieser Kita finden Kinder jede Menge (Vor-)Lesestoff, gemütliche Lesehöhlen, Büchertauschkisten und eine eigene Bibliothek, in der schon die Jüngsten Kinderbibliothekar/-in werden können.
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2. Preis: Kindergarten St. Franziskus im Kirchtal, Benningen
Hier dürfen Kinder mitentscheiden: was und wo gelesen wird, welche Rollenspiele und Theaterstücke umgesetzt werden und bei der Gestaltung kreativer Vorleseaktionen.
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3. Preis: Kindertagesstätte, Umkirch
In dieser Kita begegnen den Kindern an nahezu jedem Ort Buchstaben, Wörter, Sätze und Geschichten: als ABC auf dem Treppenabsatz, auf der Leinwand, in Form von Bücherkisten oder Büchertürmen.
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Herausragende Leseförderung an Schulen
In dieser Preiskategorie wird schulisches Engagement ausgezeichnet, das die Lesemotivation und Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern mit einem systematisch aufeinander aufbauenden Programm zum Schwerpunkt „Lesen“ entwickelt und stärkt. Dazu gehören fächerübergreifende Maßnahmen inner- und außerhalb des Unterrichts, die infrastrukturelle Ausstattung der Schulen mit Lesematerial und eigenen Leseorten, der aktive Einbezug der Elternschaft sowie außerschulische Kooperationen. Der Preis wird von der Arnulf Betzold GmbH, Lehrmittelverlag/Schulversand gefördert. Insgesamt stehen 4.500 Euro Preisgeld zur Verfügung (1. Preis: 2.000 Euro, 2. Preis: 1.500 Euro, 3. Preis: 1.000 Euro).

1. Preis: Sport-Grundschule Passau-Grubweg, Passau
Lesen spielt an dieser Schule in allen Klassen eine große Rolle: etwa beim Trampolin-Silbenspringen, der Lösung von Textaufgaben in Mathematik oder dem Lesestundenplanschieber.
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2. Preis: Max-Planck-Gymnasium, Lahr
„Am Max wird LESEN groß geschrieben“: Bei Märchenvormittagen, Besuchen der Frankfurter Buchmesse und Vor-lesewettbewerben erfahren die Schülerinnen und Schüler, warum Lesen lebenswichtig ist.
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3. Preis: Grundschule „An der Nuthe“, Walternienburg
„Lesen verbindet“ – das hat sich diese Schule auf die Fahnen geschrieben! Für alle Schulkinder gibt es unzählige Angebote, die sie für Geschichten begeistern und ihnen das Lesenlernen erleichtern.
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Herausragende Leseförderung mit digitalen Medien
Mit dem Preis für herausragende Leseförderung mit digitalen Medien, gefördert von der MELO Group GmbH, werden Einzelpersonen, Bildungseinrichtungen und weitere Institutionen ausgezeichnet, die die Stärken digitaler Medien und ihren Einfluss auf das Leseverhalten und die Aneignung von Information nutzen, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (neue) Zugänge zum Lesen zu eröffnen. Digitale Leseförderangebote können verschiedene Apps und unterschiedliche Lesegeräte (Smartphone, Tablet, Computer) einbeziehen und eigenständig oder betreut genutzt werden. Insgesamt stehen 4.500 Euro Preisgeld zur Verfügung (1. Preis: 2.000 Euro, 2. Preis: 1.500 Euro, 3. Preis: 1.000 Euro).

1. Preis: Mulingula, www.mulingula-praxis.de, Münster
Auf dieser Website finden Kinder digital aufbereitete Geschichten, Fabeln, Märchen und Gedichte in insgesamt sieben Sprachen.
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2. Preis: Die Wuselstunde, Garching
Auf dieser Plattform finden Kinder kurze Videos mit Vorlesegeschichten. Engagierte Vorleserinnen und Vorleser stellen beliebte Klassiker und frisch erschienene Kinderbücher vor.
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3. Preis: Heinrich-Kielhorn-Schule, Hörpost, Hameln
Ein halbes Jahr lang haben sich zwei Schulklassen regelmäßig Audiobotschaften zugeschickt. In kleinen Etappen lernten sie so gemeinsam das Buch „Paddington“, sich selbst und einander besser kennen.
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Bericht über das Hörpost-Projekt im Deutschlandfunk


Sonderpreis für prominentes Engagement für Annette Frier
Leseförderung benötigt Aufmerksamkeit, um ins öffentliche Bewusstsein zu dringen und Unterstützung zu erhalten. Deshalb zeichnet die Commerzbank-Stiftung mit dem Sonderpreis für prominentes Engagement Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die zu Leseförderung, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe beitragen. Der Sonderpreis würdigt das Engagement Prominenter, die mit ihren Aktionen Menschen für das Lesen gewinnen oder mit Hilfe des Lesens auf gesellschaftlich relevante Themen hinweisen. Über das Thema Lesen und Leseförderung bereichern sie das Zusammenleben von Menschen und helfen, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 2.500 Euro, mit dessen Hilfe ein ausgesuchtes vorbildhaftes Projekt der Leseförderung nachhaltig unterstützt wird.
Die Schauspielerin und Komödiantin Annette Frier engagiert sie sich seit 2012 für die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen. Als prominente Lesebotschafterin der Stiftung Lesen beteiligt sie sich regelmäßig mit Aufrufen und Besuchen in Kitas und Schulen am Bundesweiten Vorlesetag. Zudem hat sie sich in einer Videobotschaft für die Bedeutung des Lesens und Vorlesens eingesetzt und bei Charity-Veranstaltungen wie dem Weihnachtszauber Bückeburg und der Weihnachtslotterie um Spendengelder für neue Leseförderungsprojekte geworben.


Kontakt:
Thomas Kleinebrink
Stiftung Lesen
Römerwall 40
55131 Mainz
E-Mail: thomas.kleinebrink@stiftunglesen.de
Tel.: (06131) 28890-17
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