Schülertext

Der Berliner Gedichtekalender

14.09.2016

Grundschulkinder geben poetische Einblicke in ihre Stadtbezirke




In der Schreibwerkstatt
In der Schreibwerkstatt
© Haus für Poesie
Zwölf Berliner Schulklassen, aus jedem Stadtbezirk eine, haben im Sommer 2016 gedichtet und gemalt, mit Sprache gespielt, von persönlichen Erlebnissen erzählt und ihre Wirklichkeit kommentiert. Entstanden ist ein besonderer Geburtstagskalender mit bunten Ansichten und poetischen Einblicken in die Stadt, der als Geschenk zum 25-jährigen Bestehen der Literaturwerkstatt Berlin und anlässlich ihres Neustarts als „Haus für Poesie“ am 17. September beim Hoffest in der Kulturbrauerei präsentiert und gegen eine Spende an den Akinda e.V. verteilt wird. Spielerische Zugänge zur Lyrik zu schaffen, Kinder und Jugendliche für Lyrik zu begeistern und den poetischen Nachwuchs zu fördern, gehören zu den wichtigen Anliegen des „Hauses für Poesie“.

Es folgen zwei Leseproben aus dem Berliner Gedichtekalender: das Gedicht für den Stadtbezirk Lichtenberg von der Klasse 4 der Schule auf dem Lichten Berg und das Gedicht für den Stadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von der Klasse 3b der Nelson-Mandela-Schule.
Ein Tag im Tierpark
Wer springt dort hinter der Giraffe?
Es ist ein kleiner süßer Affe.
Ein Flamingo neben ihnen
Und er steht auf einem Bein,
denn er will der Beste sein.
Der Strauß, der ist dann auch noch da.
Er ist so schön und wunderbar.
Gegenüber sitzt ein Frosch am Teich
Und der Storch, der frisst ihn gleich.
Ein Reh, das liegt am kleinen Baum
Und träumt verzückt, man glaubt es kaum.
Der Vogel singt aus seinem Hals,
denn schon bald beginnt die Balz.
Der Grashüpfer springt im hohen Gras,
denn das macht ihm super Spaß.
Die Fledermaus, die Fledermaus,
sieht schon wie ein Vampir aus.
Ein Zebra mit seinen Streifen
wäscht sich mit sehr vielen Seifen.
Der Tag war wunderbar
Und mir wird eines klar
Tiere sind anders, das wurde mir klar
und trotzdem sind sie wunderbar.
Klasse 4, Schule auf dem Lichten Berg

Wilmersdorf - unglaublicher Stadtteil
und guter Platz fürs Fahrrad.

Es ist leise und ruhig.
Die Bäume rascheln wie ein Gedicht.
Es gibt nix Schöneres als dies.
Die Springbrunnen sind bewundernswert, naja,
wie das tollste Schwert.
Die Kirchen erst recht
Sie sind so woooooo
oooooooooooooooow.
Das Licht der Sonne brennt dich an,
es kann unglaublich sein.
Die Wälder sind nicht schwarz
oder weiß, da sieht
man die Farben mit Fleiß.
Ich sag's euch doch:
Es ist wunderbar.
Klasse 3b, Nelson-Mandela-Schule


Über die Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie
Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 fördert und unterstützt die Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie alle Bereiche der Literatur und speziell Dichtung, sowohl als geschriebenes Wort als auch in Verbindung mit anderen Künsten und Medien. Sie bringt Dichterinnen und Dichter aus aller Welt nach Deutschland und vermittelt deutsche Autorinnen und Autoren ins Ausland, setzt Anreize zur Innovation und zum Experiment, öffnet den Dialog mit dem Publikum und fördert den Zugang zur Lyrik und das Verständnis für Poesie und ihre Formen. Ein wichtiges Anliegen der Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie ist es, den schriftstellerischen Nachwuchs zu fördern und Kinder und Jugendliche für Lyrik zu begeistern. Sie betreibt das Webportal www.lyrikline.org für zeitgenössische Dichtung, richtet seit 1993 den Nachwuchswettbewerb open mike für junge deutschsprachige Prosa und Lyrik aus, veranstaltet die Lyrikwerkstatt open poems und das poesiefestival berlin sowie die Übersetzungsworkshops VERSschmuggel und das ZEBRA Poetry Film Festival Münster|Berlin. Gefördert wird die Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie von der Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlins.

Kontakt:
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