Leseempfehlung

Die besten 7 Kinder- und Jugendbücher

09.05.2022

Deutschlandfunk-Bestenliste im Monat Mai 2022




© Deutschlandfunk
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Samstags von 16.05 bis 16.30 Uhr werden im Deutschlandfunk Bücher für junge Leserinnen und Leser vorgestellt und jeweils am ersten Samstag im Monat „Die besten 7“ - ermittelt von 30 Jurorinnen und Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Auftrag der Literatur-Redaktion des Deutschlandfunks. Alle Sendungen stehen zum Nachhören als Podcasts auf der Website der Sendung „Bücher für junge Leser“ zur Verfügung: www.deutschlandfunk.de/buecher-fuer-junge-leser

Am 7. Mai stellte Ute Wegmann im Gespräch mit dem mit Juror Michael Schmitt die Deutschlandfunk-Bestenliste des Monats Mai 2022 vor.

Gespräch anhören
Quelle: www.deutschlandfunk.de


Nicky & Vera. Ein stiller Held des Holocaust und die Kinder, die er rettete
Von Peter Sís
Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit
Gerstenberg Verlag, 64 Seiten, 18 Euro, ab 6 Jahren

1938 - der junge, begüterte und politisch engagierte Engländer Nicholas Winton erkennt die Gefahren durch die Nazis, fährt nach Prag und rettet in wenigen Monaten fast 700 jüdische Kinder, indem er Kindertransporte nach England organisiert. Eines dieser Kinder ist die zehnjährige Vera Gissing. Sie verlässt ihr Dorf und ihre Familie, die sie nicht wiedersehen wird. Und der junge Engländer wird nie über seine Taten sprechen, bis seine Frau im hohen Alter die Liste mit den Kindernamen findet. So wird er noch viele dieser Geretteten unerwartet treffen. In warmen poetischen Bildern verwebt Peter Sís die Lebensgeschichten des Mädchens und des jungen Engländers und erzählt von Menschlichkeit, Verlust und Mut.


Manchmal male ich ein Haus für uns. Europas vergessene Kinder
Von Alea Horst
Mit Illustrationen von Mehrdad Zaeri
Klett Kinderbuch, 80 Seiten, 16 Euro, ab 6 Jahren

Porträts, Momentaufnahmen und auch dramatische Berichte sammelte die Fotografin und Nothelferin Alea Horst auf Lesbos. Sie sprach mit geflohenen Kindern und Jugendlichen aus Afghanistan und anderen Ländern. Erlebnisse, Ängste und Träume, aber auch Lieblingswitze erzählten die Kinder und von dem Wunsch nach einem Zuhause für die Familie, einem Haus mit einem Badezimmer mit Dusche.


Eines Nachts im Paradies
Von Jürg Schubiger
Mit Illustrationen von Rotraut Susanne Berner
Peter Hammer Verlag, 24 Seiten, 18 Euro, ab 4 Jahren

Adam und Eva liegen im Grünen und schauen in die Sterne. Ob man sie wohl zählen kann? Klar, kann man, behauptet Eva. Kann man nicht, entgegnet Adam. So geht es los. Und plötzlich ist da Unmut. Überall Tiere, Pflanzen, Schönheit, Überfluss - Eva wird das Paradies zu viel! Sie weint. Und Adam? Er tröstet sie - mit einem Kuss. Eine paradiesische Erfindung, finden beide. Eine bezaubernde, farbprächtige, heitere, berührende Schöpfungsgeschichte.


Warum ich Feministin bin
Von Chimananda Ngozi Adichie
Mit Illustrationen von Nursima Nas
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
Verlag Sauerländer, 64 Seiten, 14 Euro, ab 9 Jahren

„Ich schlage vor, dass wir heute anfangen, von einer anderen Welt zu träumen und sie zu planen. Von einer gerechteren Welt. Einer Welt, in der glücklichere Männer und glücklichere Frauen leben, die sich selbst treu sind. Und um das zu erreichen, müssen wir anfangen, unsere Töchter anders zu erziehen. Und auch unsere Söhne.“ Wie Mädchen und Jungen Rollenerwartungen durchbrechen können und die Welt verändern. Ein leidenschaftliches Plädoyer für den Feminismus, ein bebildertes Buch, das allen Mut macht.


Harriet Tubman. Fluchthelferin bei der Underground Railroad
Von Ann Petry
Aus dem amerikanischen Englisch von Helle Reese
Verlag Nagel & Kimche, 256 Seiten, 16 Euro ab 13 Jahren

Harriet Tubman wurde als Kind von Sklaven geboren und träumte davon, frei zu sein. Sie war bereit, alles dafür zu riskieren. Nach ihrer mutigen Flucht 1849 arbeitete sie mit der geheimen Organisation „Underground Railroad“ und verhalf so vielen Sklaven zur Freiheit, indem sie sie aus den Südstaaten auf geheimen Wegen in den Norden brachte. Später Moses genannt, war sie die bekannteste afroamerikanische Fluchthelferin dieser Organisation. Heute zählt Harriet Tubman in den USA zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten des Abolitionismus, ihr Name steht in einer Reihe mit Rosa Parks und Martin Luther King.


Tagebuch eines Zwangsarbeiters
Von Jan Bazuin
Mit Illustrationen von Barbara Yelin
Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg
C.H. Beck Verlag, 160 Seiten, 20 Euro, ab 14 Jahren

Das Tagebuch eines Rotterdamer Jugendlichen, geschrieben während des Zweiten Weltkriegs - in drei Heften und nachträglich bebildert. Herbst 1944: Der neunzehnjährige Jan Bazuin erlebt Kriegsalltag und Hungerwinter und einen Vater, der ihn loswerden will. Anfang Januar wird der Junge zur Zwangsarbeit nach Bayern deportiert, unter grausamsten Umständen. Seine Aufzeichnungen enden am 22. April 1945, kurz nach Jans riskanter Flucht aus dem Ausländerlager. Der direkte Ton führt mitten hinein in die Gräuel des letzten Kriegsjahres.


Nachrichten von Micah
Von Alison McGhe
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
Dtv/Reihe Hanser, 256 Seiten, 15 Euro

Sesame und Micah sind verliebt und teilen Geheimnisse, aber auch ihre Träume auf eine gemeinsame Zukunft. Aber eines Tages verschwindet Micah zusammen mit seinen Eltern, die Mitglieder einer Sekte geworden waren und sich zunehmend verändert hatten. Für Sesame bricht eine Welt zusammen, sie spürt die Gefahr, in der Micah schwebt, der einzige Mensch, dem sie vertraut. Sie wird alle Energie aufbringen, ihren Freund zu befreien und dabei feststellen, dass man auch anderen vertrauen kann. Ein Roman über zwischenmenschliche Verbindungen.


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