Bericht

Deutscher Lesepreis 2019

25.11.2019

Auszeichnungen für vorbildliches Engagement in der Leseförderung


So viele Bewerbungen für den Deutschen Lesepreis gab es noch nie: rund 700 Einreichungen aus dem gesamten Bundesgebiet – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr. 48 Projekte und Personen wurden für die Shortlist ausgewählt und 16 der Nominierten konnten am 6. November im Berliner Humboldt Carré Preise im Wert von insgesamt 25.000 Euro entgegennehmen. Der Deutsche Lesepreis ist eine gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung und wird seit 2013 in sechs Kategorien für vorbildliches Engagement in der Leseförderung verliehen: individuelles Engagement, kommunales Engagement, Sprach- und Leseförderung in Kitas, Leseförderung an Schulen, Leseförderung mit digitalen Medien und Sonderpreis für prominentes Engagement. Die Schirmherrin des Lesepreises 2019, Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, lobte die innovativen Projekte zur Leseförderung: „Lesekompetenz ist in unserer multimedialen Welt der Schlüssel zu Wissen, Bildung und demokratischer Teilhabe. Es ist daher wichtig, so früh wie möglich Kindern und Jugendlichen kreative Förderangebote zu bieten und sie so für das Lesen zu begeistern. Deshalb werden einmal mehr innovative, kreative und mutige Projekte mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet. Die prämierten Initiativen greifen auf lokale Strukturen, vorhandene Netzwerke oder für die Zielgruppe passende Medien zurück – im virtuellen, im ländlichen wie auch im urbanen Raum, im Kindergarten, in der Schule, in der Buchhandlung oder im Museum. Es ist genau diese Vielfalt der Angebote, die die jungen Menschen in ihrer Lebenswelt abholen und Lust aufs Lesen machen. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern, die sich auf vorbildliche Weise für die Leseförderung einsetzen.“

Herausragendes individuelles Engagement
Mit dem Preis für herausragendes individuelles Engagement, gestiftet von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, werden Personen auszeichnet, die sich in außergewöhnlicher Weise für die Leseförderung verdient gemacht haben. Dies kann aktives ehrenamtliches Engagement ebenso sein, wie die Initiierung und Umsetzung eigener Ideen zur Förderung der Lesefreude und der Lesekompetenz für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen. Die Realisierung muss 2017, 2018 erfolgt oder noch jüngeren Datums sein. Insgesamt stehen 4.500 € Preisgeld zur Verfügung (1. Preis: 2.000 €, 2. Preis: 1.500 €, 3. Preis: 1.000 €).

1. Preis: Buchblog „Lass mal lesen!“ und Instagram-Kanal @lesehexemimi
Mirai Mens, Berlin
Mirai Mens fordert auf ihren Kanälen zum Lesen auf. Mehr als hundert Buchempfehlungen und zahlreiche Gastbeiträge zeugen vom Erfolg der zum Zeitpunkt der Preisvergabe erst 13-Jährigen.
Weitere Informationen: https://lass-mal-lesen.blog/

2. Preis: Festival „Buch & Bühne“, „Bücherwurm im Museumshaus“ und Stralsunder Büchertürme
Katrin Hoffmann, Stralsund
Die „Bücherfrau von Stralsund“ setzt sich mit einem Festival, Veranstaltungen und Buchvorstellungen dafür ein, dass die Menschen in ihrer Stadt lesen und auch Spaß daran haben.
Weitere Informationen: www.boersenblatt.net/2018-08-21

3. Preis: Leseabenteuer mit Faraj und Ingrid
Ingrid Tödtmann und Faraj Younan, Hilden
Monatliche Lesungen für Groß und Klein aus einem Bilderbuch, abwechselnd vorgetragen auf Deutsch und Arabisch. Gespräche, neue Vokabeln, Spiele und Bastelangebote sind Teil des Konzepts.
Weitere Informationen: www.stadtbuecherei-hilden.de

Herausragendes kommunales Engagement
In dieser Kategorie, gefördert von der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V., werden Kindertagesstätten, Bibliotheken, Vereine, Unternehmen, Universitäten sowie Organisationen und kommunale Träger ausgezeichnet, die sich in außergewöhnlicher Art und Weise für die Leseförderung vor Ort verdient gemacht haben. Besondere Berücksichtigung gilt dabei der Bildung lokaler Netzwerke im Sinne einer institutionsübergreifenden und sich wechselseitig ergänzenden Projektzusammenarbeit. Die Projekte und Ideen können sich an alle Altersstufen und Zielgruppen richten. Die Realisierung muss 2017, 2018 erfolgt oder noch jüngeren Datums sein. Drei Preisträger erhalten ein Preisgeld von insgesamt 4.500 € (1. Preis: 2.000 €, 2. Preis: 1.500 €, 3. Preis: 1.000 €).

1. Preis: BERLINER LESEPATEN
Das größte Ehrenamtsprojekt in Berlin: 2.300 Lesepaten gehen jede Woche in rund 320 Berliner Schulen und Kindertagesstätten und erreichen mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche.
Weitere Informationen: https://lesepaten.berlin/

2. Preis: Coole Geschichten – junge männliche Geflüchtete werden Vorleser!
ax-o e.V., anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, Aachen
Zugewanderte junge Männer zwischen 14 und 22 Jahren lesen in Kindertagesstätten vor.
Weitere Informationen: https://ax-o.org/jungenarbeit/coole-geschichten/

3. Preis: Mobiler Fachdienst Sprachförderung in der Bildungs- & Präventionskette
Stadtjugendamt Erlangen
Ein Kooperationsnetzwerk, das bei jungen Menschen vom Krabbel- bis ins Jugendalter die Freude an Büchern, am Sprechen und an der deutschen Sprache wecken möchte.
Weitere Informationen: www.erlangen.de/


Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas
Mit dem Preis für herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas, gestiftet von FRÖBEL e. V., werden Kindertagesstätten ausgezeichnet, die der Vermittlung von Freude an Geschichten und dem Interesse am Lesenlernenwollen in ihrer pädagogischen Arbeit breiten Raum geben. Dazu zählen die Ausstattung der Kindertageseinrichtungen mit Vorlesematerial und Vorleseorten, der alltägliche Umgang mit Geschichten und Büchern, regelmäßige dialogische Vorleseangebote sowie der aktive Austausch der pädagogischen Fachkräfte mit den Kindern und ihren Eltern. Insgesamt stehen 4.500 € Preisgeld zur Verfügung (1. Preis: 2.000 €, 2. Preis: 1.500 €, 3. Preis: 1.000 €).

1. Preis: Familienzentrum & Kindertagesstätte Niehler Elternverein e.V., Köln
Bücher selber machen, Lesungen besuchen, Bilderbuchkinos und Theaterstücke erleben: All das gehört zum Alltag der Kinder im Familienzentrum und den Kindertagesstätten des Niehler Elternvereins e.V.
Weitere Informationen: www.niehlerelternverein.de

2. Preis: FABIDO FZ Stollenstraße, Dortmund
Diese Kita möchte bei Kindern nachhaltig die Freude am Gestalten, Vorlesen und Erzählen wecken. Eltern helfen als Vorlesepatinnen beim Lesen lernen – auf Deutsch, Polnisch, Spanisch und Kurdisch.
Weitere Informationen: www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/

3. Preis: Kindertagesstätte Klettermax, Magdeburg
Diese Kita vereint alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die Zusammenarbeit mit Familien und inklusive Pädagogik: Mit Leseecken, einem Geschichtenbaum, Bewegungsspielen und Erzähltheater.
Weitere Informationen: www.stejh.de/arbeitsfelder/tagesbetreuung/


Herausragende Leseförderung an Schulen
In dieser Preiskategorie wird schulisches Engagement ausgezeichnet, das die Lesemotivation und Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern mit einem systematisch aufeinander aufbauenden Programm zum Schwerpunkt „Lesen“ entwickelt und stärkt. Dazu gehören fächerübergreifende Maßnahmen inner- und außerhalb des Unterrichts, die infrastrukturelle Ausstattung der Schulen mit Lesematerial und eigenen Leseorten, der aktive Einbezug der Elternschaft sowie außerschulische Kooperationen. Der Preis wird von der Arnulf Betzold GmbH, Lehrmittelverlag/Schulversand gefördert. Insgesamt stehen 4.500 € Preisgeld zur Verfügung (1. Preis: 2.000 €, 2. Preis: 1.500 €, 3. Preis: 1.000 €).

1. Preis: Johann-Turmair-Realschule, Abensberg
Eigens erarbeitetes Sprach- und Leseförderkonzept, das die Kinder, ihre Familien und Lehrkräfte gleichermaßen einbindet. In einem LESE(S)PASS werden Erfolg, Training und Lesesozialisation festgehalten.
Weitere Informationen: www.rs-abensberg.de

2. Preis: Janosch Grundschule, Troisdorf
Leseförderung wird an dieser Schule als „Rund-um-sorglos-Paket“ praktiziert: Mit Lesetipps für Schülerinnen, Schüler und Eltern, Lesehaltestelle und -rätsel, Lesewochen und Buchdruckworkshops.
Weitere Informationen: www.janosch-grundschule.de

3. Preis: Friedrich-Ebert-Schule, Mannheim
Die Friedrich-Ebert-Schule unterstützt ihre Schülerinnen und Schüler ganzheitlich beim Lesenlernen: Mit einem fächerübergreifenden, neu gestalteten Sprachförderkonzept, das die Kinder auf ihrem individuellen Leistungsniveau abholt.
Weitere Informationen: www.fes-mannheim.de


Herausragende Leseförderung mit digitalen Medien
Mit dem Preis für herausragende Leseförderung mit digitalen Medien, gestiftet von der MELO Group GmbH & Co. KG und der Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften, werden Einzelpersonen, Bildungseinrichtungen und weitere Institutionen ausgezeichnet, die die Stärken digitaler Medien und ihren Einfluss auf das Leseverhalten und die Aneignung von Information nutzen, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (neue) Zugänge zum Lesen zu eröffnen. Digitale Leseförderangebote können verschiedene Apps und unterschiedliche Lesegeräte (Smartphone, Tablet, Computer) einbeziehen und eigenständig oder betreut genutzt werden. Insgesamt stehen 4.500 € Preisgeld zur Verfügung (1. Preis: 2.000 €, 2. Preis: 1.500 €, 3. Preis: 1.000 €).

1. Preis: Grundschule Bad Münder - Podcast „Literafrosch –Frau Lindgrens Büchermagazin“
Der Podcast wird von Kindern und für Kinder produziert. Vorgestellt werden in den kurzen hörspielartigen Beiträgen neu erschienene Kinderbücher, die mit zwei oder drei Quaks bewertet werden.
Weitere Informationen: www.gs-badmuender.de/schuelerseite-schulradio.php

2. Preis: Gymnasium Essen-Werden - Profilklasse Literatur+Medien
In der Profilklasse stehen Literatur und Medien gleichberechtigt im Mittelpunkt. Klassenbibliotheken, Selfpublishing-Projekte und Performance-Workshops gehen Hand in Hand mit Virtual Reality- und Coding-Workshops.
Weitere Informationen: www.gymnasium-essen-werden.de/

3. Preis: Siegfried-von-Vegesack-Realschule Regen - Der Computer schaut beim Lesen zu
Mittels Eye-Tracking finden die Lehrkräfte heraus, welche Leseschwächen oder -stärken ihre Schulkinder haben. So können sie individuelle Lernpläne erstellen und gezielt Lesekompetenz fördern.
Weitere Informationen: www.lesen.bayern.de/

Sonderpreis für prominentes Engagement geht an Nazan Eckes
Leseförderung benötigt Aufmerksamkeit, um ins öffentliche Bewusstsein zu dringen und Unterstützung zu erhalten. Deshalb zeichnet die Commerzbank-Stiftung mit dem Sonderpreis für prominentes Engagement Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die zu Leseförderung, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe beitragen. Der Sonderpreis würdigt das Engagement Prominenter, die mit ihren Aktionen Menschen für das Lesen gewinnen oder mit Hilfe des Lesens auf gesellschaftlich relevante Themen hinweisen. Über das Thema Lesen und Leseförderung bereichern sie das Zusammenleben von Menschen und helfen, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 2.500 Euro, mit dessen Hilfe ein ausgesuchtes vorbildhaftes Projekt der Leseförderung nachhaltig unterstützt wird.
Die Kölner Moderatorin setzt sich seit 2010 als Lesebotschafterin der Stiftung Lesen für mehr Vorlesezeit in Familien ein. Sie beteiligt sich regelmäßig beim Bundesweiten Vorlesetag mit Vorleseaktionen in Kitas und Schulen und hat 2014 unter dem Motto „Wer liest hat gut reden“ in einem TV-Spot für die Bedeutung des Lesens geworben. In zwei Kampagnen der Kosmetikhersteller Clinique und L’Oréal Lancôme ist es ihr 2016 und 2018 zudem gelungen, Spendengelder für Vorlesebibliotheken der Stiftung Lesen einzuwerben.


Kontakt:
Thomas Kleinebrink
Stiftung Lesen
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