Leseempfehlung

Sprachbezogene Unterrichtsentwicklung/Sprachliche Bildung im Elementarbereich

30.07.2019

Handreichung der Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS)


„Sprachbildung und Sprachförderung sind langfristige Bildungsaufgaben. Im Interesse der Kinder und Jugendlichen müssen Kitas und Schulen hier an einem Strang ziehen und eine durchgängige Förderung anbieten“, heißt es im Schlusswort dieser Handreichung, herausgegeben vom Trägerkonsortium des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS). Wie sprachliche Bildungsprozesse gemeinsam gestaltet, pädagogisches Handeln und Lernangebote verbessert werden können, wird anhand von zwei Umsetzungsbeispielen beschrieben. Die vorgestellten Konzepte, Methoden und Werkzeuge wurden in der Praxis erprobt und können von pädagogischen Fach- und Lehrkräften als Impuls oder Muster für eigene Maßnahmen zur Sprachförderung im Unterricht oder in der Kita genutzt werden. Die Handreichung steht im PDF-Format zum Download zur Verfügung unter: www.biss-sprachbildung.de

Sprachliche Bildungsprozesse gemeinsam entwickeln
Basiswissen zur Entwicklung von Unterricht und sprachlicher Bildung in der Kita vermittelt der einleitende Beitrag von Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache und Sprecher des BiSS-Trägerkonsortiums. Er beschreibt die Schritte, die erforderlich sind, um die Qualität der sprachlichen Bildungsprozesse in einer Kita bzw. Schule zu verbessern, und gibt Hinweise zu ihrer praktischen Umsetzung.

Videocoaching als Methode zur Weiterentwicklung der frühen Sprachbildung
Prof. Dr. Dieter Isler, Pädagogische Hochschule Thurgau, und Claudia Neugebauer, Pädagogische Hochschule Zürich, gehen in ihrem Beitrag zunächst auf das Verhältnis von alltagsintegrierter und didaktisierter Sprachbildung ein und erklären dann, warum pädagogische Fachpersonen ihre Sprachbildung auf herausfordernde Sprachhandlungen ausrichten sollten und wie der Spracherwerb der Kinder unterstützt werden kann. Das besondere Potenzial videobasierter Coachings zur Reflexion und Weiterentwicklung pädagogischen Handelns und als Hilfe bei der Optimierung der frühen Sprachbildung wird an zwei Beispielen aus der Praxis verdeutlicht, ergänzt durch Empfehlungen zum Ablauf von Coachingtreffen und zur Verankerung dieser Methode als Element der kontinuierlichen Qualitätsentwicklung in pädagogischen Einrichtungen.

Musteraufgaben als Motoren der Unterrichtsentwicklung
Wie Schulkollegien mithilfe sogenannter Musteraufgaben Sprachförderkonzepte zur Unterrichts- und Schulentwicklung erarbeiten und zur nachhaltigen Verankerung von Sprachlernkonzepten nutzen können, zeigen Prof. Dr. Thomas Lindauer und Professorin Dr. Afra Sturm, beide Fachhochschule Nordwestschweiz, in ihrem Artikel. Sie gehen auf Funktion und Merkmale von Musteraufgaben ein, erläutern, welche Kriterien gute Musteraufgaben erfüllen müssen und wie die Reflexion der Erprobung gemeinsam entwickelter Aufgaben und Unterrichtsarrangements im Kollegium gestaltet werden sollte. Das Fallbeispiel einer Musteraufgabe für den Mathematikunterricht verdeutlicht, wie es gelingen kann, Lehrpersonen dazu anzuregen, anhand eines gemeinsam entwickelten Beispiels über Lernprozesse nachzudenken und die Durchführung im Unterricht zu reflektieren.

Bildungsarbeit ist Teamarbeit
In ihrem Schlusswort betonen die Herausgeber der Handreichung, dass das Entwickeln, Umsetzen und Bewerten von geeigneten Angeboten zur sprachlichen Bildung eine Teamaufgabe ist. Einrichtungsintern und über die Grenzen von einzelnen Kindertagesstätten und Schulen hinweg sollten sich Kollegien u. a. darüber abstimmen, welche Beobachtungen sie machen wollen, welche Konzepte, Methoden und Werkzeuge sie einsetzen wollen, wie diese wirken und wie sie weiterentwickelt werden können.

Handreichung
BiSS-Trägerkonsortium (Hrsg.). (2019).
Sprachbezogene Unterrichtsentwicklung/Sprachliche Bildung im Elementarbereich. Konzepte und Berichte aus der Praxis.
Köln: Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.
DOI: 10.3278/6004688w.
Download: www.biss-sprachbildung.de

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