Leseempfehlung

Das Gespenst des Karl Marx

16.12.2015

Heinrich-Wolgast-Preis 2015 für ein Sachbilderbuch


Um die Darstellung der Arbeitswelt in der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) zu fördern, stiftete das Bildungs- und Förderungswerk (BFW) der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im DGB e. V. im Jahr 1986 den Heinrich-Wolgast-Preis. Benannt ist der Preis nach dem Hamburger Volksschullehrer, Literaturpädagogen und Schulreformer Heinrich Wolgast (1860-1920), der 1893 zu den Gründern der „Vereinigten Deutschen Prüfungsausschüsse für Jugendschriften“ gehörte und von 1896 bis 1912 Schriftleiter der Zeitschrift „Jugendschriften-Warte“ war.
Am 26. September 2015 wurde der Preis im Rahmen der Erfurter Herbstlese zum 12. Mal vergeben. Mit der Preisfindung und Preisvergabe hatte die GEW ihre Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) beauftragt. Die vom Vorstand der AJuM gewählte Jury erstellte eine Nominierungsliste mit 22 empfehlenswerten Kinder- Hör-, Sach-, Jugend- und Bilderbüchern, in denen Erscheinungen und Probleme der Arbeitswelt beispielhaft dargestellt werden. Der Heinrich-Wolgast-Preis 2015 ging an das Sachbilderbuch „Das Gespenst des Karl Marx“, in dem der Autor Ronan de Calan Kindern und Jugendlichen die historischen Voraussetzungen und zentralen Annahmen der marxistischen Idee erklärt, unterstützt von den Illustrationen Donatien Marys.

Das Gespenst des Karl Marx
Erzählt von Ronan de Calan
Illustriert von Donatien Mary
Aus dem Französichen übersetzt von Heinz Jatho
Verlag: diaphanes, Zürich, Berlin, 2014
664 Seiten, 14,95 €, ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-03734-432-3

„Ein Gespenst geht um in Europa.“ So lautet der erste Satz des 1848 veröffentlichten Kommunistischen Manifestes, welches die noch jungen und bis dahin weitgehend unbekannten Gesellschaftstheoretiker Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichten, in der Hoffnung, damit einen (gewaltsamen) Umsturz der bestehenden sozialen und politischen Verhältnisse in Europa zu Gunsten der Arbeiterklasse vorzubereiten bzw. auszulösen. „Das Gespenst des Karl Marx“ lautet nicht nur der Titel dieses Sachbilderbuches, das Gespenst bildet zugleich dessen zentrales Motiv. Erstens scheint die Idee einer klassen- und herrschaftsfreien Gesellschaft einen ewig währenden Quell der Angst für alle Mächtigen und Besitzenden darzustellen, und zweitens ist sie, obwohl oft genug totgesagt, auf erstaunliche Weise immer noch präsent. Wie ein Gespenst eben. Infolgedessen spukt in diesem Buch der unter einem Tuch versteckte Karl Marx in Wort und Bild munter vor sich her ...

Lesen Sie die vollständige Rezension in der AJuM-Datenbank unter: www.ajum.de/index.php?s=datenbank&id=231411775

Laudatio von Jurymitglied Mario Zehe: www.ajum.de/html/hwp/2015/

Leseprobe: www.diaphanes.de

Jury des Heinrich-Wolgast-Preises 2015
Bärbel Jähnert, Gera (Juryvorsitzende)
Sabine Arndt, Weimar
Heidi Hölzel, Gera
Mario Zehe, Leipzig

Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM)
der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Bärbel Jähnert (Juryvorsitzende 2015)
Rathenaustraße 11
07548 Gera
E-Mail: baerbel.jaehnert(at)wolgast-preis.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de