Meldung

Leseförderung vernetzen

16.03.2009

Gründung des Bundesverbandes Leseförderung e.V.




© Bundesverband Leseförderung e.V.
© Bundesverband Leseförderung e.V.
Während der Leipziger Buchmesse wurde am Samstag, dem 14. März 2009, in den Räumlichkeiten der Leipziger Buchkinder e.V. der Bundesverband Leseförderung e.V. gegründet. Sein Ziel ist die Unterstützung und Weiterentwicklung professioneller Leseförderung im deutschsprachigen Raum. Neben einer Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch aller, die sich in der Vermittlung von Lese-, Schreib-, Literatur- und Medienkompetenz engagieren, möchte der Verband seinen Mitgliedern qualifizierte Aus- und Fortbildungen anbieten und ein Berufsbild für den Lese- und Literaturpädagogen entwickeln. In überregionaler Vernetzung sucht er den Dialog mit anderen Institutionen, Pädagogen und Wissenschaftlern, um Qualitätskriterien für die Leseförderung zu erarbeiten und zu etablieren.

Praxiserfahrene Leseförderer leiten den Verband
Die über 40 Gründungsmitglieder wählten mit Iris Wolf (Hamburg) eine der Initiatoren zur ersten Vorsitzenden; mit Barbara Knieling (Stuttgart) und Theo Kaufmann (Waiblingen) konnten als Stellvertreter zwei gleichermaßen kompetente wie praxiserfahrene Leseförderer gewonnen werden.

Interessenvertretung für Leseförderer
Was eine Tanzpädagogin oder ein Theaterpädagoge kann, ist klar. Die- oder derjenige versteht etwas von seiner Kunst und kann anderen diese Kenntnisse vermitteln. Was aber kann man von einem Lese- und Literaturpädagogen erwarten? Was bedeutet es, professionell als Leseförderer aufzutreten? Wer berät in Sachen Leseförderung sparten- und berufsübergreifend?
Antwort auf diese und viele weitere Fragen zur Qualität und Vernetzung von Leseförderung will der Bundesverband Leseförderung geben, der am 14. März 2009 im Rahmen der Tagung "Leseförderung vernetzen" in Leipzig gegründet wurde.
Als Interessenvertretung der Leseförderer will der neue Verband Aus- und Fortbildungen anbieten und vermitteln, sich für die Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung bei der Leseförderung einsetzen, mit anderen Verbänden zusammenarbeiten sowie an Fachtagungen, Weiterbildungen und Messen teilnehmen.

Spartenübergreifend und medienkompetent
Wer sich für eine Mitarbeit im Bundesverband Leseförderung e.V. interessiert, sollte pädagogische Grundkenntnisse, Literaturkenntnisse, didaktische Fertigkeiten (Lesen, Vorlesen, freies Erzählen, freies Sprechen, Präsentieren) sowie Fähigkeiten in der Organisation und im Marketing erwerben wollen oder bereits mitbringen. Der Bundesverband versteht sich als spartenübergreifend (Illustration, Musik, Rhythmik, Theater, Spiel, bildende Kunst, Schreiben) und medienkompetent (Buch, Fernsehen, Hörmedien, Internet, Zeitschriften, Zeitungen). Eine Mitgliedschaft ist für Freiberufler ebenso möglich wie für Vereine, Verbände, Initiativen und ehrenamtlich Engagierte. Firmen und Stiftungen sind als Fördermitglieder eingeladen, den professionellen Service des Verbandes zu nutzen.
Den Rahmen für die Gründung des Bundesverbandes Leseförderung e.V. bildete die Tagung "Leseförderung vernetzen" am 14. März 2009 in den Räumen des Buchkinder Leipzig e.V. Viele Fachleute aus Bibliotheken, Buchhandlungen, Agenturen und Verlagen sowie aus Lesefördervereinen und –initiativen hatten sich für die Tagung angemeldet.

Aus der Präambel des Bundesverbandes Leseförderung e.V.
Wir Menschen lesen, weil wir die Welt verstehen und gestalten wollen. Lesen ist das Erfassen von Texten und Bildern in und mit allen Medien. Auch das Hören von Sprache gehört im weiteren Sinn zum Lesen. Durch Sprechen drücken wir das Gelesene aus. Durch Schreiben und Abbilden teilen wir unsere eigene Sicht auf die Welt mit. Lesen ermöglicht Empathie, Anteilnahme und soziales Miteinander. Wir lesen sowohl zum Genuss als auch zur Information.
Als Bundesverband Leseförderung wissen wir um die Chancen und Hindernisse, die vor allem Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum Lesen und Schreiben und damit zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben prägen. Für uns ist es wichtig, dass alle Kinder einen Zugang zu Schrift- und Bildsprache finden. Wir wollen Kinder durch die Fähigkeit, Texte lesen und verstehen zu können, bei ihrem eigenen Blick auf die Welt unterstützen. Wer liest, lernt verstehen. Wer versteht, kann auch Fragen stellen. Wer Fragen stellt, kann Dinge verändern.
Wenn wir Kindern mit dem Lesen viele Welten und neue Perspektiven öffnen, können sie dabei ihren eigenen Wert entdecken. Dies ist die Voraussetzung für selbstbewusste, mündige Individuen in unserer Gemeinschaft.
Wir arbeiten in Kindergärten, Schulen, Bibliotheken, Buchhandlungen, Verlagen, Bildungseinrichtungen und Vereinen und an anderen Orten, die Kinder und Jugendliche zum Lesen und Schreiben motivieren. Unsere Arbeit hat ihre Wurzeln in fundierten praktischen und theoretischen Kenntnissen aus der Pädagogik, der Soziologie, der Kunst, der Kultur und besonders der Literatur. Der Bundesverband versteht sich als spartenübergreifend (Illustration, Musik, Rhythmik, Theater, Spiel, bildende Kunst, Schreiben) und medienkompetent (Buch, Fernsehen, Hörmedien, Internet, Zeitschriften, Zeitungen).
Professionelle und nachhaltige Leseförderung kann nicht allein durch ehrenamtliche Arbeit geleistet werden. Sie braucht auch wirtschaftliches Denken, eine finanziell solide Basis und eine leistungsgerechte Honorierung, wie sie in anderen pädagogischen oder therapeutischen Berufen selbstverständlich ist. Dafür setzt sich der Berufsverband Leseförderung ein!
Wir sind offen für die Zusammenarbeit mit allen, die sich für Leseförderung stark machen.

Kontakt:
Bundesverband Leseförderung e.V.
c/o Eulenwolf – Agentur für Leseförderung
Appener Weg 3b
20251 Hamburg
Tel. 040/31 706 422
E-Mail: info@bundesverband-lesefoerderung.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de