Leseempfehlung

Der LesePeter des Monats Februar 2018

02.02.2018

Auszeichnung der AG Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW




LesePeter-Logo, © AJuM
LesePeter-Logo, © AJuM
Seit 2003 zeichnet die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) regelmäßig ein besonders empfehlenswertes Buch, abwechselnd in den Sparten Kinderbuch, Jugendbuch, Sachbuch und Bilderbuch, mit dem „LesePeter des Monats“ aus. Rezensionen aller bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel stehen auf der Internetseite der AJuM zum Nachlesen zur Verfügung. Die AJuM sichtet und prüft Kinder- und Jugendliteratur sowie Kinder- und Jugendmedien unter dem Gesichtspunkt der Verwendbarkeit in pädagogischen Arbeitsfeldern. Die Ergebnisse dieser von mehr als 500 Pädagoginnen und Pädagogen aus allen Bundesländern getragenen Arbeit fließt unmittelbar ein in die pädagogische Praxis und in die direkte Beratung von Kindern, Eltern und Lehrkräften in Fortbildungsveranstaltungen und in zahlreiche Publikationen.

Der 174. LesePeter geht an das Jugendbuch:

Mehr Schwarz als Lila

Mehr Schwarz als Lila
Von Lena Gorelik
Reinbek: Rowohlt 2017
256 Seiten, geb., 19,95 EUR, ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-87134-175-5

Es geht in „Mehr Schwarz als Lila“ um einen Kuss, um Freundschaft und irgendwie auch um Auschwitz. Mehr weiß man zu Beginn nicht. Nur das noch, dass die Erzählerin nach dem Anfang der Geschichte sucht, an deren Ende Paul weg ist.
Der Roman von Lena Gorelik verlangt Jugendlichen Lesern einiges ab. Denn „Mehr Schwarz als Lila“ ist wie bspw. Herrendorfs „Tschick“ ein Roman für Jugendliche, der auch von Erwachsenen mit viel Freude und obendrein mit Gewinn gelesen werden wird. So thematisiert Gorelik auch auf innovative Weise Fragen der Angemessenheit von Erinnerung: „Pietätlos, schamlos, Sittenverfall, missratene Jugend, die trauen sich was, Verfall der Jugend, wie geil ist das denn, ordinär, heiliger Ort, voll krass ey, das Ende des Anstands“ (207) und so weiter, lauten die Kuss-Kommentare im Internet. Aber Alex geht es nicht um Erinnerungskultur. Sie verspielt auf der Gedenkstätte – psychologisch hoch authentisch entwickelt –, was bisher ihr Leben zusammengehalten hat. Und zur Darstellung der fragilen Lebenskonstruktion einer 17-Jährigen findet Gorelik eine beeindruckend knappe Sprache, die zugleich emotional tiefgehend und poetisch daherkommt.

Lesen Sie die vollständige Rezension sowie Informationen über die Autorin auf der LesePeter-Seite der AJUM.

Leseprobe


Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW
In der AG Jugendliteratur und Medien (AJuM) arbeiten LehrerInnen, ErzieherInnen und MitarbeiterInnen aus dem Hochschulbereich. Landesstellen der AJuM gibt es in12 Landesverbänden. Ihre ca. 500 Mitarbeiter rezensieren Kinder- und Jugendmedien, die von den Verlagen zur Verfügung gestellt werden, organisieren regionale und bundesweite Fortbildungen, geben Publikationen heraus, präsentieren ihre Arbeit auf Messen und vergeben den Heinrich-Wolgast- Preis der GEW für Kinder- oder Jugendmedien, die sich mit dem Thema Arbeitswelt befassen. Außerdem beraten sie Kollegen in Fragen der Kinder- und Jugendliteratur und der Schulbibliothek. Jede/r an Kinder- und Jugendliteratur sowie an Kinder- und Jugendmedien Interessierte ist zur Mitarbeit eingeladen.

Kontakt:
AJuM der GEW
c/o Ulrich H. Baselau
Osterstr. 30
26409 Wittmund
E-Mail: ulrich.baselau (at) ajum.de

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