Meldung

Round Table Leseförderung 2010

03.12.2010

Die Relevanz von Erkenntnissen der Hirnforschung für die Leseförderung




Round Table Leseförderung 2010
Round Table Leseförderung 2010
© Stiftung Lesen

Zum sechsten Mal veranstaltete die Stiftung Lesen ihren nationalen Round Table Leseförderung - diesmal in Ulm und zu einem sehr grundlegenden Thema: „Was geschieht beim Lesen im Gehirn? Grundlagen und Erkenntnisse der Hirnforschung und ihre Relevanz für die Leseförderung“.
„Wir wissen immer genauer, was beim Lesen im Hirn geschieht. Jetzt geht es darum, dieses Wissen umzusetzen. Erkenntnisse der Hirnforschung werden in der Leseförderung eine immer größere Rolle spielen  - und das bei Akteuren, die ganz unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema haben: bei Grundschullehrkräften ebenso wie bei Bibliothekaren, bei den Entwicklern von multimedialen Leselern-Programmen wie auch in den Fachreferaten der Bildungsministerien.“ Dieses Fazit zog Dr. Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der in Mainz ansässigen Stiftung Lesen, zum Abschluss des von ihr moderierten sechsten Round Table-Gesprächs der Stiftung Lesen zum Thema Leseförderung am 19. November 2010. Die jährliche, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Veranstaltung mit rund 30 Teilnehmern aus dem Bereich Leseförderung fand diesmal in Ulm statt.

Ziel der Veranstaltung ist sowohl der Transfer von Informationen als auch die stärkere Vernetzung von Multiplikatoren der Leseförderung. Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme und Projekte der Stiftung Lesen, betonte, dass die Erkenntnisse der Hirnforschung seit rund einem Jahrzehnt die Konzeption von Leseförderung prägten: „Dieses Wissen hat es uns etwa ermöglicht, in der frühkindlichen Vorlese- und Spracherziehung erfolgreiche Akzente zu setzen.“ Dennoch sei  dies, perspektivisch gesehen, noch im Anfangsstadium. „Welche Prozesse laufen beim Lesen im Gehirn ab? Und wie unterscheiden sich diese Vorgänge von denen, die sich bei der Nutzung anderer Medien vollziehen?“ So lauten nach Auskunft von Priv.-Doz. Dr. Markus Kiefer, Leiter der Sektion für Kognitive Elektrophysiologie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III der Universität Ulm, zwei der zentralen Fragen, über die seitens der Hirn- und Kognitionsforschung konkrete Informationen vermittelt werden können. Umgekehrt seien die Anregungen von Experten der Leseförderung wichtige Impulse für die Konzeption weiterer Vorhaben in der Forschung. Kiefer: „Grundlagenforschung und Praxis geben sich idealerweise wechselseitig immer wieder Orientierungshilfe - und dafür war die Round-Table-Veranstaltung ein gelungenes Beispiel.“

Eine Dokumentation der Tagung wird im Frühjahr 2011 erscheinen.

Kontakt:
Dr. Simone C. Ehmig
Leiterin Institut für Lese- und Medienforschung
Stiftung Lesen
Große Weißgasse 13
55116 Mainz
Tel.: (06131) 25041-101
E-Mail: simone.ehmig@stiftunglesen.de
Internet: www.StiftungLesen.de

Redaktionskontakt: schuster@dipf.de